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Sonntag, 18. März 2018

Ankündigung: Bald ist es soweit, die lösbaren Verbinder von Festool für die Domino DF-500 kommen

Eine gefühlte Ewigkeit mussten Freunde und Nutzer des Festool Domino Systems auf die lösbaren Verbinder für die "kleine" DF-500 warten. Jetzt im April ist es soweit. 

Und es sind nicht einfach nur verkleinerte Versionen, von denen schon für die Domino XL bekannten Eck- und Flächenverbindern.











Ganze zwei Jahre haben sich die Entwickler seit deren Erscheinen Zeit gelassen, um das System passend für die kleine DF-500 zu modifizieren und gleichzeitig für den Möbelbau interessante Features zu integrieren. 
Für uns Anwender eine lange Zeit, zumal es zwischendurch auch auf der Kippe stand, ob das System überhaupt auf dem Markt kommt. Aber wie eigentlich immer bei Festool, es wird nichts halbgares auf den Markt gebracht, sondern nur ausgereifte Produkte. Von daher sei die Wartezeit verziehen. :)

Hier sieht man die neue kleine Familie.









Dem Kennerblick wird sofort auffallen, es fehlt der von der XL bekannte Flächenverbinder.  
Das System deckt laut Festool eine Materialstärke von 18-28mm ab, im Korpusbau ist ein Verbinden von Platten längs auf Stoß eher die Ausnahme und ebenso sind Arbeitsplatten selten unter 28mm dick (ab der Stärke können die Flächenverbinder des XL Systems eingesetzt werden). Von daher wäre ein Flächenverbinder eh eine selten gebrauchte Randerscheinung und daher dessen Fehlen durchaus verschmerzbar. 

Geblieben ist der bereits bekannte Eckverbinder und neu hinzugekommen ist eine Variante um Mittelwände einzubauen, bzw. zwei gegenüber liegende Böden mit einer Mittelwand zu verbinden. 

Als weiteres, ebenfalls neues Feature, gibt es die Eck- und Mittelwandverbinder in einer reinen Domino-Version, ...









 

... sowie eine Variante in der sie mit Lochreihen Bohrungen kombiniert werden kann. 











Die Kombination von beiden System ergibt ganz neue Anwendungsmöglichkeiten, zudem ist es möglich, auf die bekannten Exzenterverbinder zu verzichten. Die Anzahl an unterschiedlichen Verbindersystemen, Werkzeugen und Schablonen kann dadurch veringert werden. 
Zudem besitzen die neuen Verbinder genau wie die Variante für die XL einen großen Anzugsweg. Das beschränkt deren Einsatz nicht nur auf "lebloses" Plattenmaterial, auch Massivholz, welches gerne mal etwas schüsselt, kann so problemlos verwendet und beigezogen werden. 
Dieses und auch die Verwendung von metrischen Gewindegrößen, ergibt auch Anwendungsmöglichkeiten, abseits vom Möbel, im Sonderbau oder bei Vorrichtungen.
Aufgrund der Form und geringen Breite der Verbinder, bin ich mir recht sicher, dass man diese auch für schmale Teile und Rahmen verwenden kann, oder auch (OK das geht ins Geld), als Verleimhilfe bei winkligen Konstruktionen, bei denen man schlecht Zwingen einsetzen kann. Nehmen wir mal an, die Verbinder werden mit der passgenauen Fräsbreite eingesetzt, dann sollten sie ab einer Werkstückbreite von etwa 24mm einsetzbar sein. Ich denke wenn man sich etwas mit dem System (auch mit dem großen) auseinander setzt, sind der Phantasie nur wenig Grenzen gesetzt.

Bei den Verbindern für die XL war es schön, dass alle nötigen Fräsungen direkt mit der DF-700 erledigt werden konnten. Bei dem neuen System für die kleine Domino, braucht es neben der DF-500 mit 8mm Dübelfräser, allerdings noch einen Akkuschrauber bzw. Bohrmaschine, die neuen Bohrschablone BS-KV D15 und einem speziellen 15mm Bohrer.







Mit der Bohrschablone wird die Flächenbohrung für den Verrieglungseinsatz gebohrt.
Warum das so ist und warum es nicht mit der DF-500 geht, dazu kann ich noch nichts sagen. Habe die Teile noch nicht in Natura gesehen. Ich werde zu dem Thema aber weiter berichten, wenn die Teile verfügbar sind.

Achja, wer Bedenken hat, er müsste dafür extremst exakt fräsen, dem sei die Sorge genommen. Das System verträgt Frästoleranzen von bis zu 1,4mm. Das bekommt man problemlos per Hand und Anriss hin. 


Vorteil zu anderen Systemen ist auch, dass keine Teile des Verbinders überstehen, die Beschlagelemente werden flächenbündig eingelassen. Es kann so problemlos in der Werkstatt vorgearbeitet und die Einzelteile transportiert werden, ohne dass Gefahr besteht, mit den Verbindern irgendwas zu beschädigen. Erst direkt bei der Montage können die beweglichen Teile eingesetzt werden.







Wie für das XL System, gibt es auch bei den kleinen Verbindern, farbliche Abdeckkappen für die Betätigungsöffnungen. So sind diese Stellen am fertigen Möbel so gut wie unsichtbar.










Neben den einzelnen Verbindertypen im Karton, gibt es auch wieder ein Starterpaket im Systainer. 















Mein Adlerauge erkennt sofort, dass Festool den Lieferanten von Schraubendrehern gewechselt hat. War bisher noch Wiha mit im Boot, scheint es jetzt Witte zu sein. 

Wenn die Verbinder im Handel verfügbar sind, werde ich die Teile ausprobieren und näher vorstellen. Speziell auch, mit welcher Fräsbreiteneinstellung die Teile eingefräst werden. Das interessiert ja besonders die Nutzer einer XL mit Adapter. Also Fortsetzung folgt. ;)


Kurzes Update: Ich habe mittlerweile einen Systainer gekauft. Die Verbinder werden mit einem 8mm Fräser passgenau eingefräst, von daher funktioniert das auch mit der DF-700.

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Festool.




Kommentare:

  1. Mercy Micha für die kurze Vorstellung!
    Ich bin diese Woche auf der Holz und Handwerk in Nürnberg. Da werden die neuen Verbinder sicherlich vorgestellt werden. Noch ein Grund mehr am Festoolstand zu verweilen.
    Schöne Grüße,
    Dominik

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  2. Das System der DF700 Verbinder ist klasse, alles kann mit einer Maschine gefräst werden.
    Die 500er Verbinder überzeugen mich hingegen nicht.
    Eine extra Bohrschablone und Beschlagsbohrer kommen hinzu (15mm, wer hat schon sowas?) -> nochmal 100€ nur für Schablone + Bohrer. Einen wirklichen Grund, das nicht mit der Fräse zu machen sehe ich nicht!

    Die Kombination mit LR32 ist meiner Meinung nach auch nur begrenzt sinnvoll, hier hätte ich mir von Festool ein wenig mehr Hirnschmalz und nachträglich (in bestehende Schränke) einbaubare/lösbare Verbinder gewünscht (so wie ich das sehe klappt das nur beim kompletten Auf-/Abbau (Sinn?)).

    Die bessere Lösung wäre für mich sehr eindeutig das gleiche System analog zu den DF700 Verbindern. den Verbinder "durch die Korpuswand" hätte man zusätzlich realisieren können.

    VG
    Robert

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    1. Hallo Robert,

      das es da nichts zum nachträglichen Einbau gibt, bedaure ich auch etwas. Wobei, für sowas gibt es genug preisgünstige Lösungen und zusätzliche Böden müssen jetzt nicht mit einem Dominoverbinder eingesetzt werden. Etwas overdressed und teuer.

      Wegen dem zusätzlichen 15er Loch, dachte ich auch zuerst "Hallo, was soll das?", aber wenn man dies ebenfalls mit der Domino und dem gleichen Fräser hätte einfräsen wollen, wären nur 8mm an Breite für das Klemmteil übrig geblieben. Sagen wir 2mm Wandstärke , was schon nicht viel ist und wir wären bei einem M4 Gewindebolzen gelandet mit SW 2mm. Der zieht nicht viel zu.
      Von daher blieb da gar nicht viel was anderes übrig, als ne alternative Einbringmethode für das Teil zu nehmen.

      Grüße
      Michael

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