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Donnerstag, 29. August 2013

Projektvorstellung: Wandboard mit Pinnwand - Teil 1

Bei disesem Projekt geht es um den Bau eines Wandboards aus Buche Leimholz mit zwei Schubladen, oben aufgesetzter Pinnwand und einer Schlüsselleiste.

Das Wandboard soll später in eine Art Nische neben der Küchentür seinen Platz finden.

Zuerst habe ich die Örtlichkeit vermessen und daraus dann grob die Maße der Konstruktion abgeleitet.













Anschließend zwei einfache Pläne gezeichnet um die Maße und eine genaue Materialliste zu bekommen.


























Die entgültigen Maße für de Tiefe des Boardes und der Höhe der Schubladen, ergaben sich durch die gewünschte Zinkung erst während des Baues.

Aus dem noch auf dem Dachboden lagerten Leimholz habe ich schon einige Tage vor Baubeginn eine Platte in die Werkstatt gestellt, damit sie akklimatisieren konnte.

Da es einfacher und schneller geht, ein großes Teil zu schleifen, als mehrere kleinere, habe ich zuerst die Platte bis Körnung P180 vorgeschliffen.
Nebenbei, die 2m lange Platte liegt nur auf der Antirutschmatte, das war völlig ausreichend, trotz Zwangsrotation des RO 150 FEQ.











Bau des Schubladen


Zum Bau der beiden Schubladen, habe ich mir entsprechende Stücke an der Platte angezeichnet und zuerst grob mit der Stichsäge auf ein handliches Maß gebraucht.

 















Der winklige Zuschnitt erfolgte dann später auf der Tischkreissäge.


Anschließend habe ich die halbverdeckten Zinken mit der Festool VS-600 Fräseinrichtung hergestellt.













Da dies der erste Einsatz dieser Schablone (SZ-14) war, musste ich zuerst einige Probefräsungen durchführen, um die exakten Einstellungen herauszufinden. Beim nächsten Einsatz sollte das ganze dann deutlich schneller gehen. Durch die Frästiefe wird die Passung festgelegt, je tiefer gefräst wird, umso strammer passen die Teile ineinander. Lt. Anleitung soll die Frästiefe 12mm betragen. Bei diesem Wert war die Sache aber noch extrem locker und erst bei 13,8mm war der Sitz wirklich gut. Warum es bei mit so eine große Abweichung vom Sollwert gab, ist mir noch ein Rätsel.


Passen schon mal ganz gut.
Nur die Schubladen sind so noch zu hoch und hören auch nicht, wie sich das gehört, mit einem halben Zinken auf.





















Kurz über die Tischkreissäge geschoben, schaut es schon besser aus und damit habe ich dann auch das Maß für Schubladenhöhe (88mm) und somit dann auch für die Gesamthöhe des Boardes.












Der Boden soll aus 4mm Sperrholz bestehen, damit ich diesen später in die Schubladen einsetzen kann, fehlen noch die entsprechenden Nuten.
Diese habe ich mit der Kantenfräse + angebauten Parallelanschlag eingefräst.

Da es bei den Nuten nicht auf die 10tel Millimeter genau Positionierung ankommt, habe ich einfach die Mittenmarkierung auf der Grundplatte auf Mitte Nut ausgerichtet, das reicht von der Genauigkeit her. Wichtig ist ja nur, dass alle Nuten den gleichen Abstand von der Unterkante der Schubladen haben.










Zum einfacheren Fräsen habe ich die Einzelteile wieder auf die Arbeitsfläche geklebt.














Der Vorteil einer halbverdeckten  Zinkung ist u.a. dass man, wenn der Boden genau auf Höhe einer Zinke läuft, alle Nuten einfach durchfräsen kann und trotzdem später außen nichts zu sehen ist.












Die Hinterstücke der Schubladen sind einfach auf Stoß verleimt und mit vier Schrauben verstärkt. Das sieht später eh keiner mehr.

Die Löcher habe ich mit einem Vorstecher angekörnt und anschließend per Bohrsenker gebohrt.Das geht schnell und alle Senkungen sitzen mittig und sind gleich tief.












Beim Verleimen waren die kleinen Eckenspanner von Wolfcraft sehr hilfreich. Sie bauen zwar bei weitem nicht genug Druck für eine Verleimung auf, aber da die Hinterstücke zusätzlich verschraubt wurden, war dies auch nicht nötig. Die genaue Positionierung wird aber deutlich erleichtert und man hat beide Hände, für die weiteren Arbeiten frei.









Auf dem Bild kann man auch erkennen, dass die Hinterstücke nach oben versetzt montiert sind. Das ist nötig, damit man später die Böden einschieben kann. 


 Nachdem alles getrocknet war, konnte ich die überstehenden Zinken bei- ...














... und anschließend alle Flächen mit dem kleinen RTS 400 feinschleifen.














Zwecks Optik habe ich noch eine kleine Hohlkehle an die Vorderstücke angefräst.














Damit die Schubladen auch als solche genutzt werden können, fehlen natürlich noch die beiden Böden.

Diese habe ich auf der Tischkreissäge zugesägt ...














... in die Nuten eingeschoben und mit je zwei Schrauben am Hinterstück fixiert.













Fertig. Fehlen nur noch die Griffe (diese suche ich später aus) und die Oberflächenbehandlung.

Im nächsten Teil geht es dann um den Bau des Boardes.








Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    ein schönes Projekt und ich bin schon auf die nächsten Teile deines Berichtes gespannt. Mit jedem Besuch von Holzblogs wird meine Projektliste länger *Seufz*.

    Ich habe gerade zum ersten Mal deine Zinkenfräsvorrichtung gesehen, lustigerweise spiele ich auch gerade mit dem (Luxus)-Gedanken mir ein solches Gerät zu kaufen.

    Ich habe gelesen, dass du bereits ein PorterCable besessen hast und jetzt natürlich das VS. Unter welchen Aspekten hast du dich für diese Geräte entschieden? Würde mich freuen, wenn du mir einen kurzen Abriss über deine Entscheidungsfindung geben könntest.

    Vielen Dank vorab und lieben Gruß
    Tobi

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    1. Hallo Tobi,

      die Porter Cable habe ich nie genutzt. Sie wurde unvollständig geliefert und ich bin dann vom Kauf zurück getreten.

      Die Wahl stand dann zwischen dem Festool VS-600 und der Leigh. Ich habe mich dann für die VS entschieden, weil mir die Leigh, wenn auch deutlich flexibler, etwas zu kompliziert in der Anwendung erschien und ich auch günstig an die gebrauchte Grundeinheit rangekommen bin.

      Grüße

      Michael

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  2. Hi Micha,
    schönes Projekt und schöne Lösung für die Schubladen bzgl. dem Boden. Kommst du mit der VS-600 schon besser zurecht?
    Gruß,
    Dominik

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    1. Hallo Dominik,

      danke!
      Es geht so, wir nähern uns langsam an. :)
      Den kleinen Anschlag habe ich schon mal nicht mehr, schief befestigt.

      Grüße

      Michael

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