Ihr findet meine Projekte gut, habt aber selbst keine Möglichkeit diese nachzubauen, dann schaut doch in meinem Shop vorbei. Falls Ihr dort nicht fündig werdet, schreibt mir eine Email.


Samstag, 18. Januar 2014

"Communityprojekt" Teil 1 - Planung + Material + Werkzeug

Das ist er also, der erste Teil des ersten "Communityprojektes" (ein besserer Name ist mir nicht eingefallen). Sicher wird das ganze noch verbesserungwürdig sein, gerade was den aufgezeigten Bauablauf angeht. Sollte ich also bei einer möglichen Fortsetzung etwas anders machen, dann schreibt mir das als Kommentar oder Mail. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Wie Ihr auf dem nebenstehenden Bild sehen könnt, handelt es sich um einen Klapphocker für die Werkstatt.












Ein richtiger Klappstuhl ist es nicht, dafür ist die Sitzfläche zu klein und er ist zu hoch. Er ist viel mehr als eine Art Stehhocker mit Rückenlehne gedacht, damit man sich zum Zeichnen oder feinen Arbeiten auch mal vor die Werkbank setzen kann.
Von der Höhe her ist er für Arbeitsflächen mit einer Höhe von etwa 900mm gedacht. Haben Eure Werkbänke andere Maße, muss der Hocker ggf. angepasst werden.
Die Sitzfläche hat eine Neigung von 5°, zum Arbeiten finde ich das ganz angenehm, als reiner "Ruheplatz" ist es etwas viel.

Bevor es los geht noch ein Wort zu dem Ablauf.

Dieser erste Teil ist im Prinzip nur reine Information, ich zeige kurz wie ich den Hocker geplant und welche Werkzeuge ich für den Bau verwendet habe. Weiter gibt es die Materialliste und einige Zeichnungen, die für den Bau ausreichen sollten.
Ab dem zweiten Teil geht es dann richtig mit dem Bau los. Die Artikel sind ähnlich aufgebaut wie meine sonstigen Projektvorstellungen, nur halt in der 3. Person geschrieben und sie gehen, was die Arbeitsschritte angeht, etwas mehr ins Detail (Hoffe ich zumindest), sprich sie sind eher wie eine Anleitung zu lesen.

Teil 2 befasst sich mit den Sitzflächen und wird am 01.02.14 veröffentlicht.
Im Teil 3 geht es um das Gestell, dieser erscheint am 08.02.14.
Teil 4 kommt am 15.02.14, darin geht es um die Montage und die Oberflächenbahandlung
Danach habt Ihr zwei Wochen Zeit, mir 1-2 Bilder und einen kurzen Text per Mail  zuzusenden, falls Ihr Euer Werk vorstellen wollt. Die Ergebnisse werde ich dann im Teil 5 am 01.03.14 mit Eurem Namen veröffentlichen.




Nu aber Feuer frei!

Nachdem das Grunddesign meines klappbaren Werkstatthockers feststand, brauchte ich für die Konstruktion noch einige grundlegende Maße.
Die Sitzfläche war schnell klar, es sollte ein Systainer darauf Platz haben, also ca. 400x300mm.
Schwieriger waren da die Maße für Sitz und Lehnenhöhe, sowie deren Neigung.

Da ich in der Werkstatt "ein paar" Systainer rumstehen habe, ...












... lag es nahe mit diesen die Sitzhöhe zu bestimmen. Der Hocker sollte hoch genug sein, um bequem am MFT zeichnen und arbeiten zu können.
Daher ergab sich eine Sitzhöhe von 690mm











Damit die Sache auch etwas bequemer wird, habe ich mit Holzresten die nötigen Winkel ermittelt.
Die Sitzfläche bekommt eine Neigung von 5° und die Rückenlehne von der Sitzfläche ausgehend von 100°







Nach einem kurzem Intermezzo mit einigen Dachlatten, ...














... konnte ich einen 1:1 Aufriss des Klapphockers zeichnen, aus dem dann die genauen Maße und detailierten Pläne entstanden sind.





















Bei dem Bau habe ich bewusst auf die Tischkreissäge verzichtet, damit auch Holzwerker ohne Stationärmaschinen diesen Klapphocker direkt nachbauen können.

An Werkzeugen habe ich folgendes verwendet:

  • Multifunktionstisch (alternativ Werktisch mit Zuschnittbrett)
  • Tauchkreissäge
  • Stichsäge
  • Oberfräse
  • Kantenfräse
  • Dominofräse
  • div. Schleifmaschinen
  • Akkubohrschrauber
  • 15mm Abrundfräser mit Anlaufring
  • 45° Fasefräser mit Anlaufring
  • ggf. 2mm Spiralbohrer
  • 6, 8 und 10mm Holzbohrer
  • ggf. 17mm Forstnerbohrer
  • 20mm Forstnerbohrer
  • Schleifpapiere von P80-P240
 ferner
  • div. Zeichen- und Meßwerkzeug
  • Schreinerwinkel
  • Winkelmesser
  • Handhobel
  • Zwingen und Federklemmen
  • Nitrilhandschuhe
  • Küchenschwamm
  • Schraubwerkzeug


Das Projekt läßt sich aber auch mit weniger oder auch anderen Werkzeugen oder sogar nur mit Handwerkzeugen verwirklichen. Da muss jeder selbst schauen, was er zur Verfügung hat und einsetzen will.


Als Material habe ich Buche Massivholz ausgewählt. Hauptsächlich aus dem Grund, dass ich davon noch genügend bereits ausgehobeltes Material in 20mm und 16mm Stärke zur Verfügung hatte.
Sollen Hölzer mit anderen Querschnitten verwendet werden, müssen ggf. einzelne Maße angepasst angepasst werden.
Selbst aus Dachlatten läßt sich der Klapphocker fertigen, da es diese u.a. in folgenden Maßen gibt: 24 × 48 mm, 30 × 50 mm oder 40 × 60



Materialliste:

LxBxH(D)

Sitzfläche:
  •                         Längshölzer (v+h):  2 St. 400x60x20mm
  •                          Querhölzer außen:  2 St. 180x60x20mm
  •                           Querhölzer innen:  4 St. 180x60x16mm (alternativ 180x60x20mm)
  •                                   Strebe vorne:  1 St. 400x30x16mm (alternativ 400x30x20mm)
  • Seitenteile (Montagepunkt Bein):  2 St. 60x30x20mm
  •       Streben hinten (Verrieglung):  2 St. 400x26x16mm (alternativ 400x26x20mm)
  •                                       Runddübel:  2 St. 8x60mm
  •                                       Runddübel:  4 St. 6x30mm
  •                                   Dominodübel:  12St. 8x50mm


Rückenlehne:
  •                                    Längshölzer:  2 St. 440x60x20mm
  •                          Querhölzer außen:  2 St. 80x60x20mm
  •                           Querhölzer innen:  4 St. 80x70x16mm (alternativ 80x70x20mm)
  •                                Rahmenhölzer:  2 St. 230x40x20mm
  •                                      Runddübel:  4 St. 8x40mm
  •                                  Dominodübel:  4 St. 8x40mm

Rahmen Sitzfläche:
  •                                               Beine:  2 St. 756x40x20mm
  •                                  Querstreben:  2 St. 400x40x20mm
  •                                 Dominodübel:  4 St. 8x40mm

Rahmen Rückenlehne:
  • Beine:  2 St. 1026x40x20mm
  • Querstrebe:  1 St. 440x40x20mm
  • Auflagestange Sitzfläche:  1 St. 20x470mm (440+2x15) Rundstab
  • Dominodübel:  2 St. 8x40mm
  • Spanplattenschrauben:  2 St. 4x40mm

Montagematerial:
  • Schrauben:  4 St. M10x40mm (für eingelassene Muttern) sonst M10x55mm Flachkopfschrauben
  • Mutter:  4 St M10 selbstsichernd
  • Unterlegscheiben: ggf. 8St. 10mm U-Scheiben.
  • Holzleim
  • Leinölfirnis 


Bilder des fertigen Klapphockers
(so soll er mal aussehen)







Detaillierte Zeichnungen
(Weder DIN noch ISO konform. :) )

Seitenansicht.
Sitzfläche
Rückenlehne



Gestell 2
Gestell 1

























Kommentare:

  1. wunderschönes projekt, noch besser, da du es mit anderen teilst.
    ich würd den stuhl eigentlich gerne mit nachbauen, aber mein werkstattboden ist, aufgrund des bodenablaufs, so "schief", daß ein solcher stuhl dort nicht vernünftig stehen würde.
    ich bleib aber mit absoluter Sicherheit hier am ball und verfolgte aufgeregt die nächsten Wochen.
    tolles stück , klasse.

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  2. Toller Beitrag Micha,
    schönes Projekt, sauber und übersichtlich geschrieben sogar die Zeichnungen kann man erkennen :D
    Hut ab auch an jeden der bei diesem Projekt mitmacht und der ganzen Community zum Schluss seine Ergebnisse präsentiert (ein bisschen Wettbewerb schadet nicht)

    Gruß
    Chris

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  3. Hallo Micha,

    Du hast dir richtig viel Mühe gegeben mit der Doku und der Hocker sieht auch sehr gut aus. Ich wünsche dir viele Mitmachet.

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    1. Hallo Marc,

      danke! Schaun wir mal, wie viele mitmachen.

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  4. Hallo Micha,

    leider kann ich nicht an Deinem Projekt teilnehmen.
    Die Idee find ich aber trotzdem sehr gut und wünsche Dir,
    dass einige Holzbegeisterte mit Dir an diesem tollen Projekt arbeiten werden.

    Ein Verbesserungsvorschlag hätte ich noch: Vielleicht kannst Du die Materialkosten (nur ganz grob geschätzt) mit angeben, für jemanden der das komplette Material sich besorgen müsste.

    Ich wünsche Dir und den Teilnehmern viel Erfolg.
    Marc

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    1. Hallo Marc,

      stimmt die Materialkosten wären ein interessanter Punkt.

      Hier bei dem Stuhl muss ich jetzt schätzen, da ich schon alles auf Lager hatte. Ich denke wenn man die Schrauben etc. einzeln kaufen muss, ca. 10€ + ab 20-30€ für das Holz. Je nachdem was man da nehmen will.

      Grüße

      Micha

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  5. Guten morgen Micha,

    der Hocker ist ein sehr schönes Projekt! Ich würde sehr gerne mitmachen, schaff es aber derzeit leider nicht. Ich bin derzeit noch ausreichend mit meinem "kleinen Projekt" beschäftigt. Vielleicht schaff ich es danach den Hocker nach zu bauen.
    Ich wünsch dir viele Teilnehmer!

    Schönen Gruß,
    Dominik

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  6. Schönen guten Abend,
    wünsche ich Dir. Tolles Projekt, leider kann ich nicht teilnehmen, wegen Zeitgründen, mehr muss ich nicht schreiben, dennsolche Zeutgründe kennst Du selbst ja auch sehr gut :-)
    Ach noch was ich finds schön mal ein Bild von Dir zu sehen, denn voher fand ich Deinen Blog etwas unpersönlich, denn ich wusste zwar dass ein gewisser Michael Hild, den Blog betreibt, aber ich wusste nicht wie dieser Michael Hild aussieht! Jetzt weiß ich es und finde Deinen Blog jetzt ein ganzes Stück persönlicher!

    Übrigens, warum sind deine Arbeitsklamotten grün, und nicht beige? Normalerweise tragen Tischler ja beige
    Arbeitsklamotten. So siehst Du ein bisschen aus wie ein Gärtner oder Zoopfleger! :-) Sorry musste sein, nimms bitte nicht persönlich ich bin Rheinländer! :-)

    Schönen Gruß

    P.S: könnte es sein Du ein Schotte bist, du siehst ein bisschen aus wie einer!

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    1. Hi Neal,

      Du brauchst ne Brille! Die Hosen sind beige. :) Das Shirt ist eines von Metabo, also geht das grüne auch als Tischlergrün durch.
      Ich wollte ja schon längst ein Bild von mir einfügen, aber hab keins, müßte ich machen und Du weißt ja die Zeitgründe, man kommt (fast) zu nichts.

      Ich wüßte nicht, das ich Schotte wäre, habe auch keinen Rock äh Kilt an. Aber ich nehme das mal als Kompliment, Sean Connery und Gerard Butler sind ja Schotten.

      Grüße

      Micha

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  7. Hallo Micha,

    tolle Idee, werde versuchen mitzumachen.

    Ich lese schon seit geraumer Zeit Deinen Blog, mach bitte weiter so.

    Grüße
    Kai

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  8. Hallo Micha,
    wirklich ein wundervolles Projekt. Sobald ich etwas mehr "Luft" in meinem Terminkalender habe, werde ich diesen Hocker nachbauen. Schon mal ein ganz dickes Dankeschön für deine Mühe die du in dieses Projekt und dessen Dokumentation gesteckt hast.
    Beste Grüße,
    Jörg

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  9. Hallo Micha,

    eigentlich wollte ich schon am vorletzten Wochenende mich hier mal melden ......da saß ich nämlich Abends im Hotel in St. Wendel :-) und hatte angefangen zu schreiben .......aber plötzlich war alles wieder weg (die Tastatur beim Smartphone ist einfach zu klein ...).
    Tolle Idee, die Du hier hast .....und der Stuhl ist sicher gut in jeder Werkstatt zu gebrauchen. Aber wie viele schon vor mir geschrieben haben, die Zeit ........
    Eines ist mir wieder beim Lesen Deiner Projektvorstellung klar geworden: wie aufwendig Du das ganze hier betreibst und wie viel Arbeit auch in scheinbar kleinen Objekten steckt; Deine Bilder, Skizzen, Beschreibungen ....echt super!
    Herzlichen Dank dafür.
    Wie kommst Du eigentlich an so viele tolle Fotos von Deiner Arbeit? Lässt Du da die ganze Zeit eine Kamera mitlaufen??

    Und dem, was Neal oben geschrieben hat, kann ich nur zustimmen: ich meine das mit dem Foto ......zumal ich ja nun auch einige "Schelder" persönlich kenne (oder kannte) .......aber dafür bist da doch ein paar Jährchen zu jung ............;-)

    Liebe Grüße,
    Siggi

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    1. Moin Siggi,

      tja dank dem Fernsehen, weiß ich jetzt auch, wie Du aussiehst. :)

      Danke für die lobenden Worte, in so einer Dokumentation steckt schon etwas Zeit und Arbeit. Das unterschätze ich auch oft immer noch, wie lange man doch später vor der "Kiste" sitzt, bis der Artikel fertig und (fast) frei von Schreib oder Formatierungsfehlern ist.

      Ich habe nicht den Platz, die Kamera auf ein Stativ zu stellen und einfach mitlaufen zu lassen, sonst wären ja schon öfters mal Bilder mit mehr von mir drauf zu sehen gewesen. Und wie ich mich kenne, wird es nicht lange dauern, bis ich das Stativ samt Kamera umgeschmissen habe. :o)
      Nein ich überlege mir im Vorfeld und auch bei der Arbeit, welche Schritte ich im Bild festhalten will, bzw. welche interessant oder notwendig sind, schnappe mir dann die Kamera und mache dann davon ein Bild.

      Grüße

      Micha

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    2. ....stimmt .......an den Film habe ich gar nicht gedacht .......habe beim Schreiben noch gedacht: " Das ist ja nun etwas "einseitig" mit dem Foto .........Tja, so kann's gehen.

      Morgen Abend fahr ich nochmal ins Saarland ......hab noch einen Gutschein für den ersten "Hobelkurs" ......

      Gruß in die alte Heimat,
      Siggi

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